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19.02.2017

Kommentar zur Woche

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Guten Tag, liebe Leser

Es ist eine Art Wachwechsel. Martin Schulz löst Sigmar Gabriel ab. Gabriels Entscheidung,  den SPD-Vorsitz und die Kanzlerkandidatur seinem Parteifreund Martin Schulz zu überlassen, dürfte auch die Kanzlerin nervös machen. Zumal sich, das zeigt sich seit Bekanntwerden des Wechsels, die SPD im Aufwind befindet: bei potentiellen Wählern und in den eigenen Reihen.

Gabriels halbwegs freiwilliger Rückzug von einer aussichtslosen Kanzlerkandidatur verdient Anerkennung. Zumal seine Zeit als Parteichef nicht ganz so glanzlos war, wie die SPD es selbst gerne hinstellt. Ob die Durchsetzung des Mindestlohns tatsächlich zu seinen Erfolgen gehört, mag dabei umstritten sein. Aber sein parteitaktisches Können zeigte er, als er Gauck und nun Steinmeier als Bundespräsidenten gegen den anfänglichen CDU-Widerstand durchsetzte.

Jetzt trachtet er nach dem Außenministerium. Ob er dort erfolgreich sein wird, ob er dort das bisher fehlende Ansehen erwirken kann? Das wird sich zeigen. Leicht wird es für Gabriel sicherlich nicht.

Die Stabübergabe an Schulz tut der SPD auf jeden Fall gut. Vor allem, weil durch Schulz nun frischer Wind in die Bundespolitik kommen kann. Mit Martin Schulz erhält Angela Merkel einen angriffslustigen Herausforderer. Er ist in der SPD populär und, in Europa gut vernetzt. Er hat den Vorteil - auch gegenüber der Kanzlerin - unverbraucht zu sein.

Für Merkel könnte Schulz in den kommenden Monaten eine richtige Herausforderung werden. Denn was uns unter Gabriels Kandidatur erwartet hätte, zeichnete sich während der letzten Jahre ab: ein Schlafwagenwahlkampf.

Diese Strategie mit der die Kanzlerin in den letzten Jahren stets erfolgreich war, wird sich in diesem Wahljahr nicht wiederholen lassen. Denn während von rechts die AfD angreift, wird sie nun von links über Schulz Konter erhalten. Er wird, bedenkt man all die erfolgreichen Merkel-Wahlkämpfe der Vergangenheit, ihr vielleicht härtester Gegner werden.

Ihnen eine angenehme Woche
Ihr
Reinhold Haimüller

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